Muss man Schmerzen immer „auf Bildern sehen“?
Viele PatientInnen wünschen sich bei Rücken-, Schulter- oder Gelenkschmerzen ein MRT oder Röntgenbild, um die Ursache der Beschwerden sichtbar zu machen. Der Gedanke ist nachvollziehbar: Wer weiß, was „kaputt“ ist, weiß doch auch, warum es weh tut – oder?
Die Wissenschaft zeigt jedoch: So einfach ist es meist nicht.
Auffällige Befunde sind oft ganz normal
Veränderungen wie Bandscheibenvorwölbungen, Abnutzungen oder Sehnenveränderungen werden in der Bildgebung sehr häufig gefunden – auch bei Menschen ohne Schmerzen. Studien zeigen, dass ein großer Teil beschwerdefreier Personen auffällige
MRT-Befunde hat, teils schon in jungen Jahren.
Diese Veränderungen sind oft Teil normaler Anpassungs- und Alterungsprozesse und haben für sich allein keinen Krankheitswert.
Woher kommt der Schmerz dann?
Schmerz entsteht selten nur durch ein einzelnes „defektes“ Gewebe. Er ist das Ergebnis vieler Faktoren, z. B.:
Belastung und Bewegung im Alltag
Stress, Schlaf und Erholung
frühere Verletzungen
Sorgen, Ängste und Erfahrungen
Gewebeveränderungen sind dabei oft nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes – vergleichbar mit der Spitze eines Eisbergs.
Was bedeutet das für Ihre Therapie?
Bildgebung hilft in den meisten Fällen nicht, die Ursache von Rücken- oder Gelenkschmerzen zu finden.
Die Behandlung richtet sich in der Regel nicht nach MRT-Befunden, sondern nach Ihren Beschwerden und Ihrer Funktion.
Unnötige Bildgebung kann sogar verunsichern und die Genesung verzögern.
Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Bildgebung sinnvoll und notwendig ist – z. B. nach Unfällen oder bei ernsthaften Erkrankungen.
Unser physiotherapeutischer Ansatz
Wir behandeln Menschen, nicht Bilder.
In unserer Praxis schauen wir auf Ihre Bewegung, Belastbarkeit und Ihren Alltag, um gemeinsam eine aktive, individuelle Therapie zu entwickeln – mit dem Ziel, Schmerzen zu reduzieren und Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen.

