Plantarer Fersenschmerz ist eine häufige Ursache für Schmerzen an der Fußsohle. Typischerweise treten die Beschwerden nach Ruhephasen auf, insbesondere bei den ersten Schritten am Morgen. Nach kurzer Bewegung kann es zu einer vorübergehenden Besserung kommen, im Tagesverlauf können die Schmerzen jedoch erneut auftreten. Meist sind sie direkt unter oder an der Innenseite der Ferse lokalisiert.

Die Plantarfaszie

Die Plantarfaszie ist ein kräftiges Bindegewebsband, das vom Fersenbein bis zu den Zehen verläuft. Sie stabilisiert das Fußgewölbe und unterstützt die Stoßdämpfung beim Gehen und Laufen. Besonders der Ansatz der Faszie am Fersenbein ist hohen Belastungen ausgesetzt und daher häufig von Beschwerden betroffen.

Begrifflichkeit und Ursachen

Der häufig verwendete Begriff „Plantarfasziitis“ deutet auf eine Entzündung hin. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass nicht immer eine Entzündungsreaktion vorliegt. Daher wird in der Physiotherapie der Begriff plantarer Fersenschmerz bevorzugt. Ein Fersensporn gilt dabei nicht als direkte Schmerzursache.

Zu den relevanten Risikofaktoren zählen unter anderem eingeschränkte Beweglichkeit im Sprunggelenk, Kraftdefizite der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, ein erhöhter Body-Mass-Index sowie psychosoziale Faktoren.

Verlauf und Prognose

Plantarer Fersenschmerz ist in der Regel ein langwieriges Beschwerdebild. Die Symptome bilden sich selten kurzfristig zurück, nehmen jedoch in den meisten Fällen im Verlauf deutlich ab. Die Dauer der Beschwerden steht nicht zwangsläufig in Zusammenhang mit bildgebend festgestellten Veränderungen.

Physiotherapeutische Behandlung

Die physiotherapeutische Behandlung basiert auf einem bewährten Basis-Programm aus gezielten Dehn- und Kräftigungsübungen, Taping sowie ausführlicher Aufklärung. Ergänzende Maßnahmen können bei Bedarf individuell eingesetzt werden. Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist die aktive Mitarbeit der PatientInnen, insbesondere die Anpassung von Belastungen und ein gezieltes Training.