Tennisellenbogen

Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens, die beim Greifen, Heben oder Arbeiten am Computer stärker werden? Dann könnte ein sogenannter Tennisellenbogen vorliegen.

Trotz des Namens sind nur selten Tennisspieler betroffen. Medizinisch spricht man von einer Epicondylitis lateralis oder treffender von einer Epicondylopathia humeri radialis – also einer Reizung bzw. Überlastung des Sehnenansatzes an der Außenseite des Ellenbogens.


Typische Symptome

  • Schmerzen an der Außenseite des Ellenbogens

  • Ausstrahlung in den Unterarm

  • Schmerzen beim kräftigen Zugreifen

  • Beschwerden bei Drehbewegungen (z. B. Marmeladeglas öffnen)

  • Druckschmerz am äußeren Ellenbogen


Wer ist betroffen?

Etwa 3–5 % der Menschen zwischen 35 und 55 Jahren entwickeln im Laufe ihres Lebens einen Tennisellenbogen.

Häufig betroffen sind Personen mit:

  • hoher beruflicher Handbelastung

  • wiederholten Greif- oder Drehbewegungen

  • Rauchen

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes

Entscheidend ist meist ein Ungleichgewicht zwischen Belastung und Belastbarkeit des Gewebes.

Wie entsteht ein Tennisellenbogen?

Früher ging man von einer klassischen Entzündung aus. Heute weiß man:
In den meisten Fällen stehen Überlastungs- und Anpassungsprozesse der Sehne im Vordergrund.

Auch das Schmerzsystem kann empfindlicher reagieren.
Wichtig dabei:
Die Stärke der Schmerzen sagt nicht automatisch etwas über das Ausmaß einer strukturellen Schädigung aus.


Wie lange dauert es?

Die gute Nachricht:
Ein Tennisellenbogen ist in den meisten Fällen selbstlimitierend.

  • Rund 90 % der Betroffenen erleben innerhalb eines Jahres eine deutliche Besserung.

  • Häufig halbieren sich Schmerzen und Einschränkungen bereits nach 3–4 Monaten.

  • Bei etwa einem Drittel kann es später noch einmal zu Beschwerden kommen.

Was hilft wirklich?

Ziel der Physiotherapie ist es, Belastung und Belastbarkeit wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

1. Aktives Training (zentrale Maßnahme)

  • Progressiver Kraftaufbau der Unterarm- und Schultermuskulatur

  • Individuell angepasste Belastungssteigerung

  • Training mit unterschiedlichen Muskelarbeitsformen (z. B. haltend oder dynamisch)

2. Unterstützung bei starken Beschwerden

Kurzfristig können helfen:

  • Kühlung

  • Taping

  • Bandagen

  • manuelle oder physikalische Maßnahmen

Langfristig entscheidend ist jedoch das aktive Training.

Darf Training weh tun?

Ein leichter Schmerz während der Übungen ist oft unproblematisch.

Als Orientierung:
Ein Schmerz bis etwa 5 von 10 kann akzeptabel sein, solange:

  • die Beschwerden am Abend nicht deutlich stärker werden

  • am nächsten Morgen keine deutliche Verschlechterung auftritt

Belastung wird individuell angepasst – nicht komplett vermieden.